Für Naturfreunde

Wenn Sie die Natur lieben und gar nicht genug davon bekommen können – dann sind Sie bei uns genau richtig – lesen Sie doch hier noch ein bisschen weiter:

Der Kummerower See, die Neukalener Moorwiesen und die Große Rosin erfreuen mit ihren Pflanzen und Tieren den Naturliebhaber, der aufmerksam das Land durchstreift.

Mit ein wenig Glück werden diese Eindrücke gekrönt durch die Beobachtung eines See- oder Fischadlers, der nicht weit entfernt über einem stillen See oder Torfstich kreist, eines Storches, der gravitätisch durch die Wiese stelzt oder eines riesigen Trupps Kraniche, die im Herbst auf den Äckern äsen und ihre schmetternden Trompetenrufe hören lassen.

Doch auch für Biber und Fischotter stellen die weiträumigen, dünn besiedelten und kaum gestörten Naturräume ein einzigartiges Refugium dar. Die grenzenlose Weite des Blicks in die offenen Landschaften und die Ruhe und Ungestörtheit in den Wäldern mit seinen Seen, an deren Ufer sich das Schilf im sanften Wind hin und her wiegt. Diese Eindrücke sind es, die uns zur Ruhe kommen und die Zeit vergessen lassen. Hier einige Auszüge aus dem Naturschutzgroßprojekt Peenetal-Landschaft:

Die Peene

Das Peenetal umfasst die Flächen, die an die Peene in ihrem Verlauf vom Kummerower See bis zu ihrer deltaartigen Mündung in den Peenestrom angrenzen. Der Peenestrom ist dabei trotz seines Namens kein Teil der Peene mehr, sondern ein Mündungsarm der Oder und zugleich ein Meeresarm der Ostsee. Hinsichtlich des Naturraums stellt das Peenetal ein vor allem durch Moore, Wälder, Feuchtwiesen und Magerrasen geprägtes Tieflandgebiet dar. Insbesondere die ausgedehnten Niedermoore sind auf die Entstehung der Peene vor etwa 10.000 Jahren als Schmelzwasserablauf der zurückweichenden Gletscher im Oderhaff- und Ostseebereich während der Weichseleiszeit zurückzuführen. Das Wasser floss zu dieser Zeit nach Westen, wodurch in den früheren Grundmoränenablagerungen eine Schmelzwasserrinne entstand, welche das Flussbett der Peene bildete. Dieses verläuft vom Kummerower See bis Loitz zunächst in nordöstlicher und anschließend bis zur Mündung in östlicher beziehungsweise ostsüdöstlicher Richtung.

Die Peene zählt zu den wenigen unverbauten und nicht stauregulierten Flüssen in Deutschland und ist deshalb in ihrem gegenwärtigen Zustand praktisch vollständig durch ihre natürliche Entstehung und Ausformung geprägt. Ein Ergebnis dieser Entstehungsgeschichte, welches die Gestalt und Ökologie des Peenetals bis heute beeinflusst, ist das sehr geringe Gefälle des Flusses, das ab dem Kummerower See etwa 24 Zentimeter auf rund 100 Kilometer Flusslänge beträgt und eine sehr niedrige Fließgeschwindigkeit sowie einen geringen Durchfluss zur Folge hat. Des Weiteren sind die etwa 500 bis 700 Meter breiten Überflutungsmoore im Peenetal durch vergleichsweise hohe Grundwasserstände gekennzeichnet, die ebenso wie die Wasserstände der Peene aufgrund der Verbindung zur Ostsee stark von Wettereinflüssen wie der Windrichtung und Niederschlägen abhängig sind. Da die Ostsee aus klimatologischer Sicht als Wärmespeicher und -puffer fungiert, ist das Wetter im Peenetal wie in den restlichen küstennahen Bereichen im Vergleich zum Binnenteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch mildere Sommer und wärmere Winter gekennzeichnet. Die Nähe der Peene zur Oder und deren Haff hat durch den Zugang von Wanderfischarten Einfluss auf die Artenvielfalt in ihrem Fischbestand.

Fauna und Flora

Das Peenetal gilt hinsichtlich seiner naturräumlichen Ausstattung als repräsentativ für eine Reihe von typischen Biotopen des norddeutschen Tieflandes. Es ist durch eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt gekennzeichnet und fungiert für eine Reihe von bedrohten und seltenen Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsgebiet. Zu den hier heimischen Tieren gehören zum Beispiel eine Reihe von Reptilien, darunter verschiedene Kröten, Frösche und Unken, sowie Amphibien wie Zauneidechsen, Waldeidechsen, Ringelnattern und Kreuzottern, ebenso wie Biber, Fischotter, See- und Schreiadler, Korn- und Wiesenweihen sowie Eisvögel. Von den im Peenetal registrierten 156 Vogelarten, rund 80 Prozent der in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesenen Arten, stehen etwa 40 Prozent auf der Roten Liste gefährdeter Arten des Landes, darunter 26 europaweit geschützte Arten. Das Peenetal gilt damit als einer der bedeutendsten Vogellebensräume Deutschlands.

Zu den 37 regelmäßig oder zeitweise in der Peene lebenden Fischarten zählen Blei, Plötze, Barsch, Hecht, Schleie und Wels. Die ebenfalls vorkommenden Arten Rapfen, Steinbeißer, Fluss- und Bachneunauge, Schlammpeitzger und Lachs stehen europaweit unter besonderem Schutz. Die Peene ist damit mit großer Wahrscheinlichkeit das fischartenreichste Flusssystem des Landes Mecklenburg-Vorpommern. An Insekten sind insgesamt 149 Laufkäferarten, davon 24 mit Rote-Liste-Status, sowie 33 Libellen-Arten, 64 Tagfalter-Arten und 483 Nachtfalter-Arten, darunter fünf Arten aus der Familie der Widderchen, im Peenetal nachgewiesen. Unter den im Peenetal vorkommenden Tagfaltern gelten drei Arten als vom Aussterben bedroht und neun als stark gefährdet. Als seltene Pflanzen wachsen hier beispielsweise verschiedene Arten der Knabenkräuter und andere Orchideen, die Mehlprimel, das Gemeine Fettkraut und die Gewöhnliche Kuhschelle. Weitere typische Pflanzen sind Strauch-Birken, Trollblumen und der Lungen-Enzian. Etwa 25 Prozent der hier nachgewiesenen rund 740 Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste.